Schutz vor sogenanntem Katastrophenregen

In den letzten Wochen sind vielerorts sog. Katastrophenregen  aufgetreten. Gemeint sind damit sehr lokal begrenzt auftretende und außergewöhnlich starke Regen-Ereignisse, bei denen in kürzester Zeit (z.B. innerhalb einer halber Stunde) so viel Regen fällt, wie ansonsten in mehreren Monaten insgesamt. Die Folge dieser auch von den Wetterdiensten bislang kaum örtlich präzise vorhersagbaren Katastrophenregen ist, dass nicht nur die öffentlichen Abwasserkanäle das Regenwasser nicht mehr aufnehmen können.

Regenwasser läuft ebenso aus völlig überlasteten Dachrinnen über und spritzt aus Regenfallrohren heraus, weil diese aufgrund ihrer Dimensionierung nicht mehr in der Lage sind, das Regenwasser nach unten wegzuführen. Ganze Straßen und Privatgrundstücke stehen in der Folge unter Wasser, wobei dieses Wasser auch in die Keller oder Tiefgaragen der Gebäude eindringt. Die Geschäftsstelle des Nordrhein-Westfälischen Städte- und Gemeindebundes weist hierzu auf Folgendes hin:

„Nicht für jedes Regenereignis tritt nach der Rechtsprechung eine Haftung der Stadt bzw. Gemeinde ein. Es kann von der Gemeinde nicht erwartet werden, dass sie für jeden, also auch erheblich über dem Durchschnitt liegenden Regen ein überdimensioniertes Kanalnetz baut, weil dieses budgetmäßig nicht vertretbar ist. Ein öffentliches Kanalnetz, welches auf Katastrophenregen ausgerichtet ist, würde die Regenwassergebühr erheblich ansteigen lassen, weil sich die enormen Baukosten für solche Kanäle über die kalkulatorische Abschreibung der Kanäle (z. B. über 50 Jahre) auf die Höhe der Regenwassergebühr erheblich auswirken würden. Insgesamt sollten die Kommunen dennoch die Zunahme der sog. Katastrophenregen sorgfältig im Blick behalten. Es kann nicht erwartet werden, dass eine sofortige und gleichzeitige Anpassung aller öffentlichen Abwasserkanäle erfolgt, weil dieses die wirtschaftliche und personelle Leistungsfähigkeit der Städte und Gemeinden bei weitem übersteigen würde. Es empfiehlt sich, dass die Kommune die Grundstückseigentümer bzw. die  Mieter/Pächter darauf hinweist, dass ein Versicherungsschutz gegen Schäden durch sog. Katastrophenregen grundsätzlich möglich ist. Hierzu gehört eine Wohngebäudeversicherung, die nicht nur Schäden durch Leitungswasser, sondern auch Schäden durch Niederschlagswasser von außen in das Gebäude hinein abdeckt. Mit der Wohngebäudeversicherung ist ein Haus standardmäßig nur gegen Schäden durch Brand, Blitzschlag, Sturm, Hagel und Leitungswasser versichert. Wassermassen, die von außen kommen, gelten als Elementarschäden. Hierfür gibt es aber bei der Wohngebäudeversicherung Zusatzmodule (Zusatzpolicen), die auch Schäden durch Überschwemmungen des Gebäudes von außen versichern. Zusätzlich sollte der Grundstückseigentümer, aber ebenso der Mieter/Pächter, seine Hausratversicherung darauf überprüfen, ob diese auch Überschwemmungsschäden einschließt, denn auch hier ist in der Regel eine Ergänzung der Police gegen die Folgen von Überschwemmungen möglich.“

FacebookmailFacebookmail