Flüchtlingssituation

Deutschland wird in diesem Jahr über 1 Mio. Menschen als Asylbewerber oder Flüchtlinge aufnehmen. Diese weiter wachsende Zahl ist eine riesige Herausforderung, vor allem für die Kommunen und much 100 x 87alle Hilfskräfte und ehrenamtlichen Helfer. Viele der Menschen, die derzeit aus den Krisengebieten nach Deutschland kommen, werden dauerhaft bei uns bleiben. Der Staat muss alles daran setzen, die Verfahren zu beschleunigen und die Menschen rasch in unsere Gesellschaft zu integrieren. Die Leistungsfähigkeit und Akzeptanz vor Ort erreicht bei weiter ungebremstem Zustrom ihre Grenzen. Um eine Perspektive für die Arbeit vor Ort zu entwickeln und die Motivation der Hilfen zu erhalten, muss der Flüchtlingsstrom deutlich gedrosselt werden. In den Kommunen entscheidet sich langfristig das Gelingen dieser Aufgabe. Die Kommunen und Menschen vor Ort dürfen hier nicht im Stich gelassen werden. Der Hilferuf von 215 Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern an die Bundeskanzlerin und die Ministerpräsidentin von NRW hat prompt zu einer Reaktion geführt. Die Bundeskanzlerin hat zwischenzeitlich mit dem Präsidenten des Städte- und Gemeindebundes telefoniert und betont, „dass sie großen Respekt vor den ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern und den Beschäftigten der Kommunalverwaltung habe, die sich für die Unterbringungen und Betreuung der Flüchtlinge engagieren. Die Rückführung abgelehnter Asylbewerber müsse in der Tat beschleunigt werden. Die Bundesregierung habe mit dem jetzt in Kraft tretenden Gesetzpaket dafür die Voraussetzungen geschaffen.“

Ich bin in den vergangen Tagen oft gefragt worden, wie eine Integration der Flüchtlinge erfolgen kann und wo das Gesamtkonzept hierfür sei. Zunächst steht vor dem bevorstehenden Winter die Unterbringung im Vordergrund. Sobald eine Entspannung der Situation eintritt, wird man sich verstärkt mit diesem Thema beschäftigen müssen, auf Bundes-, Landes- und Kommunalebene. Wichtig hierbei ist die Vernetzung, damit Aufgaben nicht doppelt und dreifach erledigt werden. Hierbei müssen folgende Bereiche berücksichtigt werden:

  • Deutschunterricht und eine Einführung in die Werte und Normen unserer Gesellschaft.
  • Berufliche Fähigkeiten der Flüchtlinge erfragen und nutzbar machen.
  • Weiterbildungs- und Praktikumsangebote für Flüchtlinge.
  • Beschäftigungsangebote im privaten wie öffentlichen Bereich.
  • Ankurbelung des sozialen Wohnungsbaus.
  • Abgleich zwischen unseren medizinischen Kapazitäten in Arztpraxen und Krankenhäusern und der Anzahl an Flüchtlingen.
  • Kapazitäten im Kindergarten- und Schulbereich müssen überprüft und angepasst werden.

Ein solches ganzheitliches Konzept kann nur gelingen, wenn alle mitarbeiten (Industrie- und Handelskammer, Handwerkskammer, Bundesagentur für Arbeit, Krankenkassen, Ärzte, Ehrenamtler, etc.).

Haben Sie noch Ideen, welche Themen auch berücksichtigt werden sollten? Dann teilen Sie mir diese unter der Email-Adresse: norbert.buescher@much.de gerne mit.

FacebookmailFacebookmail