“Europäischer Tag des Notrufs“ am 11. Februar

Die Johanniter informieren: Wann wähle ich die 112?

Bonn/Rhein-Sieg/Euskirchen • Ob Unfall oder medizinischer Notfall: Um schnellstmöglich Hilfe zu rufen, wählt man die Telefonnummer 112. Dies gilt allerdings nur für echte Notfälle. Bei nicht lebensbedrohlichen Beschwerden außerhalb der Sprechzeiten des Hausarztes ist der ärztliche Bereitschaftsdienst der kassenärztlichen
Vereinigungen der richtige Ansprechpartner. Die Rettungsdienstexperten der Johanniter klären auf:

„Bei einer lebensbedrohlichen Situation muss auf jeden Fall die 112 gewählt werden. Dazu gehören schwere Unfälle, Vergiftungserscheinungen, Verdacht auf Herzinfarkt
oder Schlaganfall, Kreislaufkollaps, schwere Atemnot oder starker Blutverlust“, erklärt Patric Posch, Rettungsdienstleiter bei den Johannitern im Regionalverband.
Bei akuten medizinischen Notfällen wird laut Posch ein Rettungswagen losgeschickt, der mit professionellem Rettungsdienstpersonal besetzt ist. Leidet ein Patient
unter Atemnot, starken Schmerzen oder ist er bewusstlos, wird in Deutschland durch die Rettungsleitstelle automatisch ein Notarzt mitalarmiert.

„Ein Anruf unter 112 ist kostenfrei für den Anrufer“, erklärt Patric Posch. „Auch wenn Sie kein Guthaben mehr auf Ihrem Mobiltelefon haben, können Sie die Notrufnummer
immer noch anwählen. Solange es sich tatsächlich um einen Notfall handelt, entstehen dem Anrufer auch keine Kosten für den Einsatz, egal ob ein Rettungswagen, ein Notarzt
oder gar ein Rettungshubschrauber zum Einsatzort ausrückt.“ Ausnahmen sind nur böswillige, absichtliche Fehlalarmierungen.

Die 112 ist jedoch nur für echte Notfälle da. Bei sonstigen Beschwerden, die nicht lebensbedrohlich sind, die jedoch nicht bis zum nächsten Tag warten können, hilft
außerhalb der Sprechzeiten des Hausarztes der ärztliche Bereitschaftsdienst der kassenärztlichen Vereinigungen. Das gilt zum Beispiel bei einer starken Erkältung,
einer Magen-Darm-Grippe, bei Schüttelfrost oder hohem Fieber. Denn so Posch: „In Deutschland sind überall niedergelassene Ärzte im Einsatz, die Patienten in
dringenden medizinischen Fällen ambulant behandeln – auch nachts, an Feiertagen und Wochenenden.“ Auch für den ärztlichen Bereitschaftsdienst gilt deutschlandweit
eine einheitliche Rufnummer – die 116 117. Auch diese Nummer funktioniert ohne Vorwahl, ist kostenlos und kann vom Festnetzanschluss wie vom Mobiltelefon aus gewählt werden.

Um im Ernstfall zu unterscheiden, ob es sich um eine lebensbedrohliche Situation handelt oder nicht und um richtig helfen zu können, raten die Johanniter, die eigenen
Erste-Hilfe-Kenntnisse regelmäßig aufzufrischen. „Wer unsicher ist, für den gilt der Grundsatz: Lieber die 112 einmal zu oft wählen als einmal zu wenig“, resümiert Posch.
Infos zum Kursangebot der Johanniter vom Regionalverband gibt es im Internet unter www.johanniter-bonn.de<http://www.johanniter-bonn.de> oder telefonisch unter 02241 234230 oder 0228 9628628.

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