DER ORT MUCH

Much ist eine Gemeinde im Rhein-Sieg-Kreis im Süden Nordrhein-Westfalens. Sie hat 114 Dörfer, Einzelhöfe und Weiler und 14.990 Einwohner (Stand: 2009).

Geographische Lage
Much liegt mit seinem Kernort im Nordteil des Rhein-Sieg-Kreises jeweils nahe der Grenze zum Oberbergischen Kreis im Nordosten und Rheinisch-Bergischen Kreis im Nordwesten. Im Bergischen Land und Naturpark Bergisches Land befindet es sich östlich von Köln und nordöstlich von Bonn – jeweils knapp 30 km (Luftlinie) entfernt.Der Wahnbach, in den am östlichen Ortsrand von Much der Gibbinghauser Bach mündet, durchfließt die malerische Hügellandschaft als Sieg-Zufluss, entlang der nordwestlichen und westlichen Mucher Gemeindegrenze verläuft der Agger-Zufluss Naafbach, und entlang der südöstlichen Grenze der Sieg-Zufluss Bröl.Nachbargemeinden
Nachbarn von Much sind Engelskirchen im Norden, Wiehl im Nordosten, Nümbrecht im Osten, Ruppichteroth im Südosten und Süden, Neunkirchen-Seelscheid im Südwesten und Westen und Overath im Westen und Nordwesten.Gemeindegliederung
Much hat 114 Dörfer, Einzelhöfe und Weiler (alphabetisch): Alefeld, Altenhof, Amtsknechtswahn, Bech, Bennrath, Berghausen, Berzbach, Birken, Birrenbachshöhe, Bitzen, Bövingen, Bröl, Bruchhausen, Büscherhof, Daushof, Derscheid, Eckhausen, Eichhof, Eigen, Engeld, Erlen, Esinghausen, Feld, Gerlinghausen, Gibbinghausen, Hardt, Heckhaus, Heinenbusch, Henningen, Herchenrath, Herfterath, Hetzenholz, Hevinghausen, Hillesheim, Höfferhof, Hoffnungsthal, Höhnchen, Hohn, Hohr, Hündekausen, Huven, Kerzenhöhnchen, Klauserhof, Köbach, Kranüchel, Kreizhof, Kreuzkapelle, Küttensiefen, Leuscherath, Leverath, Löbach, Loßkittel, Marienfeld, Markelsbach, Much, Müllerhof, Neßhoven, Neuenhaus, Neverdorf, Niederbech, Niederbonrath, Niederbruchhausen, Niederdreisbach, Niederheiden, Niederheimbach, Niederhof, Niedermiebach, Niederwahn, Növerhof, Oberbitzen, Oberbonrath, Oberbruchhausen, Oberbusch, Oberdorf, Oberdreisbach, Oberdreisbach-Höhe, Oberhausen, Oberheiden, Oberheimbach, Oberholz, Obermiebach, Oberwahn, Ophausen, Ortsiefen, Pillenhof, Reinshagen, Rieserhof, Roßbruch, Roßhohn, Scheid, Scheidhof, Schlichenbach, Schwellenbach, Senschenhöhe, Siefen, Sommerhausen, Springen, Steinhaus, Stompen, Strießhardt, Strünkerhof, Tillinghausen, Todtenmann, Tüschenbonnen, Vogelsangen, Walterscheid, Weeg, Weißenportz, Wellerscheid, Wersch, Werschberg, Wiese, Wohlfarth und Zeche Aachen

ehemalige Ortsteile: Bockem, Broich, Damm, Großoberholz, Hirtsiefen, Höllerhof, Höverhof, Kleinoberholz, Krahm, Kreuzbruch, Kutzbach, Niederengeld, Niedermarkelsbach, Oberbruch, Oberengeld, Obermarkelsbach, Overbach, Reichenstein, Scheidt, Scheukausen, Schmerbach, Siefen bei Werschberg, Söntgerath, Steeg und Strunkhausen

Religionen
Much ist hauptsächlich katholisch geprägt. Der zum Dekanat Neunkirchen gehörende Pfarrverband Much umfasst die drei Kirchengemeinden St. Martinus Much, St. Mariä Himmelfahrt Marienfeld und St. Johann Baptist Kreuzkapelle. Außerdem gibt es in Much eine evangelische und eine neuapostolische Kirche, sowie einen Königreichssaal der Zeugen Jehovas in Wersch. Einmal jährlich, Anfang Juli zum Fest Mariä Heimsuchung, pilgern einige hundert Mucher zu Fuß in das 150 Kilometer entfernte Werl, um in der dortigen Wallfahrtsbasilika Werl vor dem Gnadenbild zu beten. Der Wallfahrtsbrauch geht auf ein Gelübde aus dem Dreißigjährigen Krieg zurück.

Geschichte

  • um 802 wurde der Sage nach die Burg zu Much erbaut (im Rahmen der rechtsrheinischen Befestigungsstrategie Karls des Großen), was allerdings historisch nicht belegt werden kann.
  • Am 31. März 1131 wird Much erstmals urkundlich erwähnt: Papst Innozenz II. bestätigt die Mucher Kirche als Besitz des Stiftes St. Cassius Bonn.
  • Im Mittelalter gehörte Much zum Herzogtum Berg, Amt Windeck, später zum Kanton Eitorf
  • 1942 Deportation von Juden des Rhein-Sieg-Kreises aus dem Internierungs-Sammellager Much in verschiedene Konzentrationslager, viele in das KZ Theresienstadt.

wappenDas Wappen der Gemeinde Much ist in der oberen Hälfte Silber und in der unteren Hälfte Gold. Oben ein schreitender, blau gezungter und bewehrter roter Löwe, unten auf einem grünen Berg ein rot bewehrter schwarzer Hahn, beseitet von je einem blauen Fisch.

Das Wappen beruht auf einem Schöffensiegel des Jahres 1627, das in der Gemeinde gefunden wurde. Deutet der Löwe auf die alte Landesherrschaft der Herzöge von Berg, ist der untere Bildteil auf den Ort zu beziehen. Neben dem Fischreichtum (Forellen) soll mit dem Hahn die Wachsamkeit der Schöffen symbolisiert werden.

Städtepartnerschaften

  • Seit 1976 eine Partnerschaft mit Doullens in Frankreich
  • seit 1991 mit Groß Köris in Brandenburg

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Bauwerke
Die Burg Overbach ist ein als Wasserburg angelegtes Burghaus auf dem Gelände des Golfclubs Much

Die Kirche Sankt Martinus entstand bereits im 12. Jahrhundert

Naturdenkmäler
Viele Wanderwege ziehen ortsnahe Städter aus der Region Köln/Bonn an, das Wanderwegenetz umfasst ca. 110 km Strecke.

Die Gemeinde Much besitzt darüber hinaus mit insgesamt 221 Wegekreuzen, Kapellen und Heiligenhäuschen aus vier Jahrhunderten eine Vielzahl erhaltenswerter christlicher Kulturgüter.

Sport
Der örtliche Sportverein TSV Much veranstaltet jedes Jahr einen Volkslauf über 10 km und einen „Hans Josef Roth Gedächtnislauf“ über 21 km. Aufgrund der Lage von Much ist ein schwieriges Streckenprofil vorprogrammiert. Darüber hinaus gibt es im TSV die Abteilungen Schwimmen, Badminton, Bogensport, Leichtathletik, Sporttherapie, Tischtennis, Turnen und Volleyball.

Der Tennisclub Much – mitten im Zentrum des Ortes gelegen – hat eine der schönsten Tennisanlagen im Tennisverband-Mittelrhein und stellt zahlreiche Medenmannschaften. Zusätzlich werden jährlich zahlreiche vereinsinterne Turniere veranstaltet.

Regelmäßige Veranstaltungen

Wochenmarkt
Jeden Donnerstagvormittag findet in Much ein kleiner Wochenmarkt statt.

Schützenfeste
Kreuzkapelle am 3. Wochenende im Juni
Much am 4. Wochenende im Juni

Mucher Heufresser-Kirmes
Seit 2006 finden jeden Sommer die „Heufresser-Wettkämpfe“ im Ortszentrum von Much statt. Dort treten verschiedene Dorfgemeinschaften, Vereine und andere Teams gegeneinander an. Seit 2009 findet im Rahmen der Wettkämpfe auch ein Heuwagenrennen statt.
Die Bezeichnung „Heufresser“ bezieht sich auf eine Mucher Überlieferung: Der Pfarrer wettete gegen den Bürgermeister und den Arzt von Much, dass Ersterer die gläubigen Bürger dazu bringen könnte, Heu zu essen. Als er in der Messe dann behauptete, es handele sich beim Heu in seiner Hand um Heilkräuter, die vor Seuchen und sogar dem Fegefeuer schützen, aßen die Kirchgänger das Heu. Damit gewann der Pfarrer die Wette.

Mucher Musiknacht
Zahlreiche Bands spielen in zahlreichen Gastronomie-Betrieben in Much. Einmal Eintritt – alle Bands! Wechsel der Location mittels kostenloser Shuttle-Busse.

Erntefeste
Ernteverein Markelsbach — vorletztes Wochenende im August
Ernteverein Wohlfahrt — letztes Wochenende im August
Bröltaler Ernteverein — 1. Wochenende im September
Ernteverein Much – 3. Wochenende im September
Ernteverein Wellerscheid – 4. Wochenende im September

Mucher Weihnachtsmarkt
Immer am ersten Adventswochenende findet der Mucher Weihnachtsmarkt auf dem Kirchplatz um die St.-Martinus-Kirche und im Ortskern von Much statt. Er gilt als „der schönste Weihnachtsmarkt im Bergischen“.
2011 feierte Much 30 Jahre Weihnachtsmarkt.

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr
Much wird von der B 56, der Zeithstraße und der Landesstraße 312 durchzogen und der nächste Autobahnanschluss liegt nördlich an der A 4.

Im Jahr 2010 waren in der Gemeinde 11.011 Kraftfahrzeuge zugelassen, darunter 8.773 Pkw .

In Much gilt für den ÖPNV der Tarif des Verkehrsverbundes Rhein-Sieg (VRS), Linienbusverkehre existieren u.a. nach Overath (Linie 575), nach Neunkirchen-Seelscheid und nach Siegburg (Linie 576 und SB56).

Öffentliche Einrichtungen

  • Schulzentrum Much, Schulstraße (Gesamtschule)
  • Gemeinschaftsgrundschule, Schulstraße
  • Gemeinschaftsgrundschule, Klosterstraße
  • Gemeinschaftsgrundschule Marienfeld, Dorfstraße

Persönlichkeiten

  • Heinrich Böll, wohnte 1944/45 als Kriegsflüchtling in Much-Marienfeld und -Neßhoven, in Marienfeld wurde einer seiner Söhne beigesetzt
  • Josef Jacobs, (1894–1978), mit 47 Luftsiegen einer der erfolgreichsten deutschen Jagdflieger des Ersten Weltkriegs.

Quelle: Texte und Bilder teilweise von Wikipedia.org. Bilder gemeinfrei über Wikipedia Common, Texte gemeinfrei über GNU Free Documentation License.